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Bezirkskantorat

Bezirkskantorei

Die Bezirkskantorei Münstertal wurde von Karin Karle mit einem ersten Projekt im Jahre 2003 ins Leben gerufen. C-Schüler und Ehemalige, nebenamtliche Kirchenmusiker und versierte Chorsänger wurden eingeladen, das Mozart-Requiem zu erarbeiten. Es folgten Projekte wie Mendelsohns Elias (2004), Mozarts c-Moll-Messe (2005), ein Mozart-Prorgramm mit Vesperae solennes de confessore und Kröningsmesse (2007), Bachs Weihnachtsoratorium (2008), ein a capella Passionskonzert (2009), Bachs Matthäus-Passion (2011) und Rossinis Petite Messe solenelle (2012). Aktuell fand am 12. Oktober 2014 ein Konzert der Bezirkskantorei mit dem Brahms-Requiem in der Fassung für zwei Klaviere und Pauken statt. 

Die Sängerinnen und Sänger der Bezirkskantorei nehmen zum Teil lange Anfahrtswege aus der Region um Freiburg auf sich, um zu den projektbezogenen Proben zu fahren.

Fortbildungen

Dekanat Breisach-Neuenburg

Kirchenmusiker sollten dabei helfen, ein Stück Himmel schon auf Erden erlebbar zu machen"

Heinz Josef Algermissen, Bischof em. von Fulda

270 Sängerinnen und Sänger beim Dekanatschortag in Staufen.

Der vielstimmige Klang von rund 270 Sängerinnen und Sängern aus 16 Kirchenchören des Dekanats Breisach-Neuenburg, begleitet vom festlichen Klang der Orgel und verbunden mit dem Gesang der Gemeinde, erfüllte den Raum der Pfarrkirche St. Martin in Staufen beim abschließenden „Großer Gott", so dass man den Eindruck bekommen konnte, wirklich „ein Stück Himmel schon auf Erden" zu erleben. Der „Hausherr", Pfarrer Johannes Frische, sprach in seinen Dankesworten am Ende des Gottesdienstes von einem „Gänsehaut-Feeling", das er dabei empfunden habe.

Was war der Anlass dieses besonderen kirchenmusikalischen Ereignisses? Zu dem alle zwei Jahre stattfindenden Dekanatschortag waren die Sängerinnen und Sänger aus dem Dekanat Breisach-Neuenburg am Samstag, den 26. Oktober 2019 um 14 Uhr in der Pfarrkirche St. Martin in Staufen zusammengekommen. Nach der Begrüßung durch Pfarrer Johannes Frische, der zugleich das Amt des Dekanatspräses innehat, stellte sich die Dekanatschorleiterin Carina Kiefer vor, in deren Händen die musikalische Gesamtleitung des Chortages lag. Bei der Vorbereitung und Durchführung wurde sie unterstützt von Bezirkskantorin Karin Karle und Kerstin Bögner, der Chorleiterin von St. Martin. Durch ihre lebendige und begeisternde Art gelang es Frau Kiefer schnell, eine entspannte und erwartungsvolle Atmosphäre zu schaffen und die Sängerinnen und Sänger auf das musikalische Ereignis einzustimmen.

Nach dem Einsingen probten die vereinten Chöre, die im Kirchenraum nach Stimmgruppen verteilt waren, zunächst die Lieder, die sie im anschließenden Gottesdienst gemeinsam vortragen würden. Darauf begannen zeitlich gestaffelt die Proben zu den einzelnen Messteilen, wobei jeweils zwei oder drei Kirchenchöre einen Messteil übernahmen. Dazwischen blieb für alle Sängerinnen und Sänger genügend Freizeit für eine Kaffeepause im Martinsheim, wo fleißige Helferinnen der Frauengemeinschaft eine einladende Kaffeetafel hergerichtet hatten, oder für persönliche Begegnungen auf dem Kirchenvorplatz, wozu das sonnige Herbstwetter einlud. Eine Stunde vor Beginn der Messe trafen sich alle Chorgruppen wieder in der Kirche zu einem letzten Ansingen der gemeinsamen Stücke.

Den eigentlichen Höhepunkt des Dekanatschortages bildete dann um 18:30 Uhr der Gottesdienst, welcher von Pfarrer Johannes Frische zelebriert wurde. Dabei erklangen Kyrie und Gloria aus der „Missa in F" von Domenico Zipoli, das Credo aus der „Mainzer Messe" von Thomas Gabriel, Sanctus mit Benedictus und Agnus Dei aus der „Missa brevis in Es" von François Dubois. Bewusst wurden hier Teile aus einer barocken, einer romantischen und einer modernen Messe ausgewählt, um den Chören alle drei Messen vorzustellen. Beim Antwortpsalm und beim Halleluja-Ruf wirkte als Solistin Kerstin Bögner von St. Martin mit. Beim Danklied „Misericordias Domini" von Henryk Jan Botor übernahmen die Chorleiterinnen und Chorleiter die einzelnen Soloteile. In das Eingangs- und das Schlusslied wurden auch die übrigen Gottesdienstbesucher in den Gesang mit eingebunden. Während der Kommunion erklang von der Empore der langsame Satz aus dem Doppelkonzert für zwei Violinen, gespielt von Charlotte Mercier und Ella Bennetts, und Orgel von J. S. Bach. Hier wie auch im ganzen Gottesdienst lag die Orgel- bzw. Klavierbegleitung in den Händen von Bezirkskantorin Karin Karle, die dann zum Auszug mit der „Toccata in seven" von John Rutter einen festlichen Schlusspunkt des Dekanatschortages setzte.

In seiner Predigt ging Pfarrer Frische auch auf die Bedeutung der Kirchenchöre ein. Sie sollten sich nicht untereinander konkurrierend vergleichen, wie dies im Tagesevangelium der Phärisäer gegenüber dem Zöllner macht, sondern mit ihrem gemeinsamen Gesang Botschafter der Liebe Gottes zu allen Menschen sein, in der Vielfalt wie im Gleichklang ihrer Stimmen Gott die Ehre geben und mit ihrer Freude am Singen ihre Mitmenschen begeistern. Am Schluss des Gottesdienstes bedankte er sich bei allen Mitwirkenden, den Organisatoren, der Frauengemeinschaft, den Chören und Chorleitern, den Kantorinnen und Kantoren sowie den Instrumentalisten, die durch ihr harmonisches Zusammenwirken zum Gelingen dieses besonderen Chortages beigetragen hatten.

Damit ging ein beeindruckendes kirchenmusikalisches Ereignis zu Ende, das allen beteiligten Chören wieder einmal bewusst machte, im Dienst der Musica Sacra Teil einer großen Gemeinschaft zu sein, welche in vielfältiger Weise ihre Stimme zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen erhebt.

Edgar Gerstner
Kirchenchor St. Columba, Pfaffenweiler

Dekanat Endingen-Waldkirch